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„Gegen den Strom!“

Die Agrargenossenschaft Hedersleben baute mit der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH ein Hightech-Kisten-Kühllager für Kartoffeln und nahm damit die Vermarktung dieses empfindlichen Produktes selbst in die Hand

4 Grad Celsius - Das ist die Temperatur, bei der sich eine Kartoffel so richtig wohlfühlt, bei der sie lange ansehnlich bleibt und all ihre gesunden Vitamine und Inhaltsstoffe behält. 4 Grad Celsius warm (oder kalt) ist es auch in der neuen Lagerhalle der Agrargenossenschaft Hedersleben - geplant und  gebaut mit der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt. 

In der 138 x 60 Meter großen, in den Firmenfarben gestrichenen Halle steckt mehr, als man beim bloßen Wort „Kartoffellager“ vermuten würde. In der Halle können 15 000 Tonnen des vom Betrieb selbst angebauten Agrarproduktes sortenrein in 8500 Kisten gelagert und in 14 Kühlzellen untergebracht werden.

Bild 1: Anlieferung von 25 t feldfrischer Kartoffeln
Bild 1: Anlieferung von 25 t feldfrischer Kartoffeln

Zur Einlagerung wird die feldfrische Ware entsteint, entkrautet, enterdet, vorsortiert und in Kisten gefüllt. Beim nachfolgenden schrittweisen Vorkühlen bzw. Trocknen in den Zellen erfolgt die Lüftungs- und Klimasteuerung vollautomatisch. Gekühlt wird dezentral mittels Kompaktkühlern in Mischluftkühltürmen. Durch automatisches Umstellen auf kalte Außenluft wird die Energieeffizienz gesteigert. Mittels Wechsel zwischen mechanischer Kühlung und Außenluft kann auch die Luftfeuchtigkeit reguliert werden. Das verspricht optimale Lagerbedingungen, wie man sie im Keller oder Vorratsraum nie haben würde. Zum Auslagern können die Kartoffeln mittels Gasgebläse oder warmer Außenluft erwärmt werden. Sie werden „geweckt“ und damit unempfindlicher für die weitere Behandlung.

Die Kisten werden automatisch entleert. Es erfolgt eine Nachsortierung. Nach der Fraktionierung kann die Ware wieder in Kisten zwischengelagert werden oder direkt auf LKW bzw. Big Bag verladen werden. Alle Fallstufen vom Annahmebunker bis hin zum LKW wurden höhenoptimiert.  

Bild 2: Zur Befüllung bereitstehende Kisten.
Bild 2: Zur Befüllung bereitstehende Kisten

Es wurde ein Hygiene- und Umkleidebereich für das Personal mit eingeplant. Außerdem gibt es einen Bereich zum Beproben der Ein- und Auslagerware.

Für die Umsetzung dieses Millionenprojektes hat die  Landgesellschaft Sachsen-Anhalt der Agrargenossenschaft Hedersleben ihr bewährtes Rundum-Paket geliefert. Von den ersten Besprechungen Mitte 2013 über die Vor-, Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung, technische Gespräche, das Fördermittelmanagement, die wasserrechtliche Genehmigung, über die Ausschreibung und Vergabe bis hin zum Erstellen eines Brandschutzkonzeptes und die Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen – alles wurde aus einer Hand durchgeführt.

Bild 3: Blick auf die Sortierbänder
Bild 3: Blick auf die Sortierbänder

Im Dezember 2013 fand ein erstes Sondierungsgespräch mit dem Landkreis statt. Bereits im September, also etwa neun Monate später, wurden die ersten Kartoffeln eingelagert. Die offizielle Inbetriebnahme fand im Oktober 2014 satt.

All das ermöglicht der Agrargenossenschaft Hedersleben, Kartoffeln in bester Qualität anzubieten. Die Agrargenossenschaft nimmt die Vermarktung für ein weiteres ihrer Produkte selbst in die Hand, behält damit einen Teil der Wertschöpfungskette im eigenen Unternehmen und bewegt sich auf den unruhigen Gewässern des Marktes gegen den Strom.

Ansprechpartner :

Bauplanung:

Dipl.-Ing. Anke Stephany

Bauausführung- und Überwachung:

Dipl. Ing. Architektin Astrid Gerber

Fördermittelmanagement und technische Beratung:

Dipl.-Ing.agr. Christoph Bärecke

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