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Landgesellschaft managt Ausgleichsmaßnahmen für Bau der B6n – Ökopoolprojekt in Trebbichau hat Modellcharakter

Der Geschäftsführer des Landesbetriebes Bau Sachsen-Anhalt Falko Balzer und der Chef der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt Dr. Willy Boß haben Ende des vergangenen Jahres in Trebbichau (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) einen Vertrag unterschrieben, den es so bisher in Deutschland noch nicht gegeben hat. Durch die Ökokontoverordnung hat sich der Landesbetrieb im Zuge seiner Ausgleichverpflichtungen für den Bau der B6n erstmals eines Ökopools in der Region bedient und die volle Verantwortung komplett auf die Landgesellschaft übertragen.

Der bei der Unterzeichnung anwesende Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens bezeichnet das Projekt als Quantensprung zwischen dem Ausgleich von Infrastrukturmaßnahmen, Umwelt- und Naturschutz. Das Einmalige an dieser Vereinbarung der beiden Partner ist, dass der Vertrag eine komplett befreiende Wirkung für den Landesbaubetrieb (LBB) hat. Die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt (LGSA) übernimmt alle Pflichten bei der Einhaltung und Umsetzung der Kompensationsmaßnahme. „Mit diesem Ökopoolprojekt bekommt die Straßenbaugesellschaft ein Rundum-Sorglos-Paket. Und damit ist es ein echtes Pilotprojekt“, so der Landwirtschaftsminister.

Ziel des Projekts ist es, die Kompensation landwirtschaftlich verträglich und naturschutzfachlich hochwertig zu gestalten. „Und das können wir in Trebbichau sicher stellen“, sagt die Landschaftsplanerin bei der LGSA Ines Pozimski. Die 30 Hektar große Fläche an der Fuhne-Niederung zehn Kilometer südlich von Köthen ist historisch eine stark versumpfte Niederung, die erst im vergangenen Jahrhundert umfassend melioriert und damit für eine intensivere landwirtschaftliche Nutzung erschlossen worden ist.

Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens, LGSA-Chef Willy Boß, der Geschäftsführer des Landesbaubetriebes Falko Balzer und Bauminister Thomas Webel (v.l.)

Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens, LGSA-Chef Willy Boß, der Geschäftsführer des Landesbaubetriebes Falko Balzer und Bauminister Thomas Webel (v.l.)

Noch finden Arten wie der Rotmilan, die Sumpfschrecke oder der Aurorafalter an der Fuhne ein Zuhause. Die einstigen Auenwälder sind allerdings so gut wie verschwunden und werden heute überwiegend von intensiven Grünlandflächen ersetzt. Trotz des weitreichenden Entwässerungssystems ist die Nutzbarkeit durch die immer wieder auftretenden Vernässungen häufig eingeschränkt.

Die vorgesehenen Entwicklungsflächen werden vom Hof Pfaffendorf bewirtschaftet. „Der Betrieb wird in die Extensivierung des Grünlandes intensiv eingebunden und übernimmt die regelmäßige Mahd und dauerhafte Pflege“, erklärt Ines Pozimski. Zwar ist die Bewirtschaftungsintensität  vermindert, was geringere Erträge erwarten lässt. Aber es kann Heu mit guten Futterqualitäten für die Jungrinder gewonnen werden.

Die Landschaftsplanerin: „Die eingeschränkte Nutzbarkeit der Fläche wird im Rahmen der Bewirtschaftungsvereinbarung finanziell berücksichtigt und beide Seiten können so profitieren. Denn der Landwirtschaftsbetrieb hat langfristige Planungssicherheit und wir haben einen zuverlässigen Partner für die Bewirtschaftung.“

Der LBB, der diese Fläche als Kompensationsmaßnahme für den Bau eines 17,5 Kilometer langen Abschnitts der B6n nutzt, löst damit 700.000 Wertpunkte auf seinem Ökokonto ab. „Dieses Punktesystem ist eine tolle Sache. Und das wird auch nicht die letzte Maßnahme der beiden Partner sein. Wir bauen ja noch weitere Straßen, zum Beispiel die A14-Verlängerung, die A 143 oder die B 190“, sagt der Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt Thomas Webel.

Ansprechpartner

Landgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH, Ines Pozimski, Telefon: 0391-7361747

Landesbetrieb Bau Sachsen-Anhalt, Geschäftsführer Falko Balzer, Telefon: 0391-5672800

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