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Vielfalt und Präzision

Eine wegweisende Saatgutaufbereitungsanlage im Vorharz – konzipiert und ausgeführt durch die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt

„ Aus heutiger Sicht kann ich nur sagen, etwas Besseres hätte mir nicht passieren können, als das Projekt in die Hände der Profis zu geben. Ich bin Landwirt und befasse mich mit Ackerbau und Saatgut. Ich bin aber kein Bauingenieur, habe keine Landschaftsplanung studiert, habe keine Ahnung, welche Anforderungen umweltschutztechnischer Natur im Bauverfahren gegeben sind, Die Profis der Landgesellschaft haben für jeden Bereich ihren Ansprechpartner, ihre Spezialisten. Und genau das braucht man bei Projekten dieser Größenordnung ….“

Rüdiger Klamroth, Landwirt aus Börnecke / Blankenburg

Familie Klamroth

Das Familienunternehmen LDL Klamroth aus Börnecke im Vorharz kann auf eine lange Tradition zurückblicken: Bereits 1802 haben die Vorfahren von Rüdiger Klamroth im Ort ein landwirtschaftliches Unternehmen errichtet, einen Standort mitten in Börnecke geschaffen, der damals seines gleichen suchte. Heute, mehr als 200 Jahre danach, hat sich die Familie der großen Herausforderung gestellt, ihre Unternehmungen zukunftsfähig zu machen. Und zwar mit einem Großprojekt: einer Saatgutaufbereitungsanlage, die weithin ihres Gleichen sucht, in der von Weizen über Rotklee bis hin zur Ackerbohne Saatgut sowohl konventionell als auch ökologisch aufbereitet werden kann. Und das in großen Mengen! Konnten Klamroths in der alten Anlage im Ortskern bislang rund 3000 Tonnen Saatgut aufbereiten, ist nun im Jahr das Doppelte geplant. Aber auch mit 6000 Tonnen wäre die Kapazität noch lange nicht ausgeschöpft: Die Anlage ist insgesamt auf bis zu 10 000 Tonnen ausgerichtet. „Das Besondere der Anlage ist ihre Tiefgründigkeit.“, erklärt Rüdiger Klamroth. Während normale Anlagen eher auf eine Sorte spezialisiert sind und z.B. bei einer Ausrichtung auf Getreide keine Ausstattung für z.B. Rotklee oder Ackerbohnen haben, ist diese neue Anlage vielfältig einsetzbar. Für Feinsaaten im landwirtschaftlichen Bereich bis hin zu Kleinstmengen. Und zwar sowohl in der konventionellen als auch in der ökologischen Saatgutaufbereitung nach Öko-Verordnung.  So ist die Anlage dafür in Teilen der Verarbeitungsstrecken doppelt ausgelegt. 

Der Trend zum Ökosaatgut

Zur ökologischen Saatgutaufbereitung war das Unternehmen Klamroth einst eher durch Zufall gekommen. Ein Landwirt hatte sie vor Jahren danach gefragt. Klamroths sahen darin sofort eine Chance, rüsteten die alten Anlage nach, ließen sie das Verfahren zertifizieren und konnte schließlich in den letzten Jahren immerhin bis 1200 Tonnen Ökosaatgut jährlich aufbereiten- ca. ein Drittel der gesamten Produktion.

Das Saatgut -ob ökologisch aufbereitet oder konventionell- wird mittlerweile von Börnecke aus  weltweit versandt. So ist man gerade dabei,  die Angebotspalette mit der Erbsenproduktion zu erweitern, was zu Versandstrecken über die Grenzen Europas hinaus führen wird. Eine logistische und bürokratische Herausforderung, der sich das Unternehmen gerne stellt.

Saatgutaufbereitungsanlage

Saubere Arbeit! Kurze Wege! Gute Planung!

Die neue, 3500 Quadratmeter große Halle wurde in nur rund einem Jahr errichtet. Grundsteinlegung war am 3.3. 2014. Bereits im Frühsommer 2015 ist die Anlage im Probebetrieb angelaufen. Sie beherbergt sowohl eine Werkstatt zur Reparatur und Pflege der Landtechnik, einen Lagerbereich für Ersatzteile, sowie einen Verlade- und natürlich einen Aufbereitungsbereich mit Einrichtungen zur Vorreinigung und Entgrannung, mit Filtermöglichkeiten über Trieur und Lufttisch und mit einer Beizungsanlage. Künftig soll sogar noch ein Labor dazukommen, in dem Qualitätsparameter des Saatgutes einschließlich der Keimfähigkeit genau bestimmt werden können. Denn die meisten Landwirte kennen die Keimfähigkeit ihres eigenen Nachbausaatgutes nicht. Das Gebäude wurde gemeinsam mit der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt geplant. Die Halle wurde so angelegt, dass hier 30 Tonnen Weizen stündlich verarbeitet werden können Im hohen Teil der imposanten Halle sind die Verarbeitung und die Hochsilos untergebracht. Im hinteren flachen Teil befinden sich die Kleinchargenaufbereitung und ein Schüttlagerbereich mit Unterflurbelüftung. Für den Bau der Halle wurden 25 000 Kubikmeter Erde bewegt, 1200 Quadratmeter Beton gegossen und 65 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut. Alle Arbeiten, von der Planung bis hin zur Bauüberwachung und Bauausführung wurden durch die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt betreut. Dazu zählten auch alle Genehmigungsverfahren und die Fördermittelanfragen.

Halle

Nachhaltig die Zukunft sichern

Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem traditionellen Familien-Unternehmen genauso wie mit dem, was man produziert, das ist Rüdiger Klamroth wichtig. Umso mehr freut es ihn , dass auch seine beiden Söhne Christian und Andreas, beides studierte Landwirte , in den 1990 wiedereingerichteten Familienbetrieb eingestiegen sind und ihm zur Seite stehen. Christian Klamroth im administrativen Bereich, verantwortlich für Dienstleistung und Management, Andreas Klamroth für den Ackerbau, der auch zum Familienbetrieb gehört. Damit sind die Nachhaltigkeit und Generationsfolge des Betriebes vorerst gesichert. Und weil Nachhaltigkeit für Rüdiger Klamroth nicht bloß ein Wort ist, war es ihm auch so wichtig, für sein geplantes Bauprojekt den geeigneten Platz zu finden. Die alte Hofstelle war den Anforderungen einer modernen Saatgutaufbereitung nicht länger gewachsen, außerdem war die Lage direkt im Ortskern nicht weiter tragbar. Gesucht wurde also ein Standort,  der entwicklungsfähig ist. Der eine direkte Ortsanbindung an Börnecke zum Stammsitz des Unternehmens als auch eine direkte Anbindung zur B 6n hat. Nach langer Suche wurde die passende Fläche gefunden: am unmittelbaren Ortsrand in infrastrukturell bester Lage. Hier kann ohne Auflagen 24 h durchgearbeitet werden, und hier wird auch kein Anwohner durch andauernden LKW –Verkehr gestört. Zur Unternehmensstrategie der Familie Klamroth  zählt es aber auch, im Angebot von Service und Dienstleistung breit aufgestellt zu sein. So hat sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren einen Namen im Precission Farming erarbeitet. Dabei handelt es sich um Landwirtschaft, die sehr genau auf die unterschiedlichen Bodenverhältnisse auf engstem Raum ausgerichtet ist, d.h. mit einer teilflächenspezifischen Bewirtschaftung je nach Bodenart und Nährstoffanspruch.

Rüdiger Klamroth, so scheint es,  hat sein Unternehmen nun fit für die Zukunft gemacht- mit gut durchdachter Planung und der klugen Entscheidung, sich für ein Großprojekt wie das einer neuen Saatgutaufbereitungsanlage die beste Unterstützung zu holen.

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