Das ging Schlag auf Schlag. Innerhalb von drei Tagen sind gleich in drei von der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt (LGSA) betreuten „Lokalen Aktionsgruppen“ (LAG) Entscheidungen gefallen. Es ging um die Frage: Welche Projekte können vom EU-Förderprogramm LEADER/CLLD profitieren? Insgesamt 74 Projekte wurden in den Entscheidungsgremien ausgewählt.
Guter Boden für gute Ideen – das ist das Motto der LAG Bördeland, die in den Gemeinden Wanzleben-Börde, Sülzetal und Bördeland aktiv ist. Im jüngsten Förderaufruf haben es 26 Projekte in die Endauswahl geschafft. Dazu gehört unter anderem ein modulares Mini-Löschmobil für die Feuerwehr in Langenweddingen. 10 Kameraden sind hier für 2.000 Einwohner zuständig. Bei der Nachwuchsgewinnung soll das wiederverwendbare Mobil auf Baukastenbasis helfen. Gemeinsam bauen die Kinder und Jugendlichen u.a. das Fahrgestell zusammen, installieren die Wassertechnik oder bestücken Schubkästen und Geräteraum. Und natürlich testen sie das Ergebnis auf Herz und Nieren und führen es vor. Insgesamt stehen für alle Vorhaben knapp 2,5 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung.

Entscheidungsgremium der LAG Bördeland im Bürgersaal "Zur Sonne" in Wanzleben OT Seehausen
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Die LAG Börde – aktiv in Oschersleben und der Verbandsgemeinde Westliche Börde - hat 24 Projekte ausgewählt. Hier will auch der Bauernverband Börde Nachwuchs gewinnen. Er plant Projekttage in der 6. Klassenstufe an mehreren Schulen. Drei solcher Tage sind pro Halbjahr vorgesehen. Die Schüler besuchen z.B. den Kuhstall vor Ort, das Grüne Labor des Leibniz-Instituts in Gatersleben sowie die Ökostation Neugattersleben. Die Verbandsgemeinde will z.B. den Grauen Hof in Hamersleben neugestalten, damit die Bushaltestelle hier wieder sicher genutzt werden kann. In diese und in die weiteren Projekte sollen knapp 2,56 Millionen Euro an Fördergeldern gesteckt werden.

Entscheidungsgremium der LAG Börde im Sportlerheim des SV Eintracht Gröningen
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Die LAG Harz kümmert sich um Projekte in Blankenburg, Ilsenburg, Oberharz am Brocken, Wernigerode und in der Gemeinde Nordharz. Diesmal sollen 24 Vorhaben gefördert werden. So will der Förderverein Jungborn Harz z. B. zwei neue Lichtlufthäuschen auf dem Gelände der ehemaligen Kuranstalt in Stapelburg installieren. Solche Häuschen boten schon vor über 100 Jahren viel frische Luft für den gesunden Schlaf. Der Skiverein Hasselfelde möchte ein Loipenspurgerät anschaffen und das Dorfgemeinschaftshaus in Trautenstein braucht neues Parkett. Die Höhe der Fördermittel beläuft sich hier insgesamt auf rund 2 Millionen Euro.

Entscheidungsgremium der LAG Harz auf dem Hüttenboden in der Fürst-Stolberg-Hütte Ilsenburg, Fotograf: Jan Reichel
Die Regionalmanager der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt haben den Auswahlprozess bis hierhin begleitet und betreuen nun auch die Beantragung der Fördergelder. Bewilligungsbehörden sind die Ämter für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt oder die Investitionsbank Sachsen-Anhalt.
Hintergrund:
LEADER/CLLD ist eine Fördermethode der Europäischen Union, die von den Menschen vor Ort gestaltet wird. Denn sie wissen am besten, was für ein lebenswertes Leben im ländlichen Raum nötig ist. An ihrer Seite: die Lokalen Aktionsgruppen (LAG), die als eine Art Bindeglied zu den offiziellen Stellen fungieren.
Die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH betreut und unterstützt folgende LAG:
- Harz
- Börde
- Bördeland
- Unteres Saaletal und Petersberg
- Zwischen Elbe und Fiener Bruch
- Wittenberger Land
Bei der LAG „Zwischen Elbe und Fiener Bruch“ läuft der aktuelle Projektaufruf noch bis zum 31. August 2026, bei der LAG „Unteres Saaletal und Petersberg“ bis zum 30. September 2026. Die LAG „Wittenberger Land“ sucht voraussichtlich im Herbst neue Ideen und Vorschläge für Projekte vor Ort.
Die aktuelle LEADER/CLLD-Förderperiode läuft seit 2021 und endet 2027. Für die kommende Förderperiode von 2028 bis 2034 steht noch nicht fest, in welchem Umfang die EU die Mittel bereitstellt. Die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt setzt sich dafür ein, dass mit diesem Förderprogramm auch in Zukunft die Entwicklung im ländlichen Raum gestaltet werden kann.
Weitere Informationen und Links hier:
https://www.lgsa.de/de/kommunen/regionalentwicklung-management/
