Die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt übernimmt die Generalplanung
Das Land Sachsen-Anhalt investiert in die Modernisierung und Erweiterung seiner überbetrieblichen Ausbildungsstätte (ÜBS) am Zentrum für Tierhaltung und Technik Iden (ZTT Iden) im Landkreis Stendal. Das komplexe Vorhaben soll bis zum Jahr 2031 abgeschlossen sein und umfasst im Wesentlichen Neu- und Umbauten in den Bereichen Milchviehhaltung und Schweinehaltung. Mit einem symbolischen Spatenstich haben u.a. Ministerpräsident Sven Schulze, Landwirtschaftsstaatssekretär Gert Zender und Frank Ribbe, Geschäftsführer der Landgesellschaft, am 30. April 2026 den Beginn der Bauarbeiten gewürdigt.

Ministerpräsident Sven Schulze: „Mit der Investition in das Zentrum für Tierhaltung und Technik in Iden stärken wir gezielt die Ausbildung der Fachkräfte von morgen. Moderne Landwirtschaft braucht modernste Ausbildungsbedingungen – praxisnah, digital und tierwohlgerecht. Genau das schaffen wir hier. Iden wird damit zu einem Leuchtturm für eine zukunftsfähige, leistungsstarke und gesellschaftlich akzeptierte Tierhaltung in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus.“
LGSA-Geschäftsführer Frank Ribbe: „Die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt kennt sich am Standort Iden bestens aus. Wir haben hier schon einige periphere Teilprojekte umgesetzt. Wir sind stolz darauf, die zukunftsweisende Entwicklung der überbetrieblichen Ausbildungsstätte begleiten zu dürfen. Hier werden schließlich die Land- und Tierwirte von morgen ausgebildet und moderne Haltungsmethoden in die Praxis umgesetzt!“
Die Leiterin des LGSA-Geschäftsbereichs „Landwirtschaft und Bau“, Claudia Wolfgram, hat das Bauvorhaben von Beginn an betreut – sie fügt hinzu: „Die Azubis profitieren künftig von der unmittelbaren Kombination aus Theorie und Praxis. Die Anordnung der Lehrkabinette umfasst die Tierhaltung von der Geburt und Aufzucht der Kälber sowie Jungrinder bis hin zur Milchproduktion. Darüber hinaus werden neue Impulse in Sachen Tierhaltung und Tierwohl gesetzt. Mein ganzes Team freut sich, dafür - im wahrsten Sinne - den Grundstein gelegt zu haben.“

Die Generalplanung liegt bei der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt. Sie umfasst zum einen Entwurf und Genehmigung unter Berücksichtigung von Bundesimmissionsschutz- und Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz, Baurecht, Brandschutz und Wasserrecht – zum anderen Ausführungsplanung, Ausschreibung und Bauüberwachung.
In den kommenden Monaten sollen die bauvorbereitenden Maßnahmen beginnen. Zum Jahresende erfolgen archäologische Untersuchungen. Im Frühjahr 2027 soll der Bau des ersten neuen Stalls starten. Das Gesamtprojekt besteht aus 30 Teilmaßnahmen.

Dazu gehören zahlreiche Neubauten – unter anderem das Herzstück, bestehend aus einem Milchviehstall, einem Reproduktionsstall und einem Melkzentrum mit Sozialbereichen. Dazu kommen ein Kälberstall, Schweineställe mit Futterlager und Sozialbereichen und Lehrkabinette. Die Azubis erhalten umfassende Einblicke in automatisches und konventionelles Melken und lernen unterschiedliche Ausrüstungen und Aufstallungsformen kennen.
Die neuen Stallgebäude zeichnen sich insbesondere durch ihre konsequente Ausrichtung auf das Tierwohl und eine artgerechte Haltung aus. Großzügige Ausläufe und Laufhöfe sowie die direkte Anbindung an das umliegende Grünland bieten den Tieren viel Bewegungsfreiheit und Zugang zu frischer Luft. Die Stallneubauten sind lichtdurchflutet und bieten viel Platz, wodurch ein gesundes Stallklima gefördert wird.
Und auch die Energieversorgung ist ein Schritt in die Zukunft: eine neue PV-Anlage sorgt für Strom, mit dem künftig auch landwirtschaftliche Fahrzeuge angetrieben werden sollen. Dazu kommt ein neuer Parkplatz mit E-Ladesäulen. Und: die Neuversiegelung wird auf ein Minimum reduziert, weil vorhandene Gebäude umgebaut und damit weiter genutzt werden können.
Das Investitionsvolumen beläuft sich insgesamt auf mehr als 50 Millionen Euro. Die Mittel werden aus dem Sondervermögen „Infrastruktur“ bereitgestellt.
